Projekt

Gewachsene IT-Landschaft schrittweise modernisieren

Wie sich bestehende Systeme integrieren, Insellösungen ablösen und Produktionsprozesse durchgängig digitalisieren lassen.

Viele Systeme, viele Schnittstellen, hoher manueller Aufwand

Die Ausgangssituation war eine über Jahre gewachsene IT-Landschaft. Eine ältere IBM-Anwendung wurde für Kundenaufträge und Bestellwesen eingesetzt, SAP unterstützte unter anderem Finanzbuchhaltung und Personalwesen. Hinzu kamen verschiedene Insellösungen und Access-Datenbanken. Die Produktionssteuerung erfolgte weitgehend manuell.

Ein kompletter Austausch der vorhandenen Systeme kam nicht infrage. Die Modernisierung sollte wirtschaftlich umsetzbar sein und gleichzeitig den laufenden Produktionsbetrieb möglichst nicht beeinträchtigen.

Spezialisierte Systeme statt Komplettaustausch

Nach Prüfung verschiedener Möglichkeiten fiel die Entscheidung gegen eine vollständige SAP-Integration und für einen Best-of-Breed-Ansatz. Spezialisierte Systeme sollten die jeweiligen Aufgaben übernehmen und über definierte Schnittstellen miteinander verbunden werden.

Damit ließ sich die vorhandene Landschaft schrittweise modernisieren, ohne alle bestehenden Strukturen durch ein einziges neues Gesamtsystem ersetzen zu müssen.

ERP und Produktion durchgängig verbinden

Die neue Systemlandschaft verbindet ein ERP-System mit der becos-MES-Lösung für Fertigungsleitstand und Produktionssteuerung sowie weiteren Anwendungen. becos entwickelte und implementierte dabei die Schnittstellen zwischen ERP und MES.

Kundenbedarfe werden aus dem ERP automatisch an das MES übertragen und dort weiterverarbeitet. Das MES erstellt auf dieser Grundlage Fertigungsaufträge und Bestellvorschläge und übermittelt relevante Informationen zurück an das ERP. Dadurch entstand ein nahezu vollständig integrierter Auftragsdurchlauf.

Modernisierung im laufenden Betrieb

Das gesamte Projekt wurde innerhalb von neun Monaten umgesetzt, ohne den laufenden Geschäftsbetrieb zu stören. Rund 250.000 Buchungen aus den bisherigen Systemen wurden in die neue Umgebung migriert.

Auch wirtschaftlich zeigte der gewählte Ansatz Wirkung: Nach Angaben aus dem Projekt lagen die Kosten der realisierten Lösung bei 61 Prozent der zuvor kalkulierten Kosten einer SAP-Vollintegration. Gegenüber den Altsystemen reduzierten sich die Betriebskosten um 57 Prozent.

Schrittweise weiter statt einmaliger Systemwechsel

Mit der technischen Umstellung war die Weiterentwicklung nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt sollten Produktionsplanung und -steuerung weiter ausgebaut und noch vorhandene manuelle Prozesse, beispielsweise bei der Auftragseinplanung, weiter automatisiert werden.

Das Projekt zeigt damit, wie sich eine gewachsene IT-Landschaft schrittweise modernisieren lässt: Bestehendes wird dort erhalten, wo es sinnvoll ist, spezialisierte Lösungen werden integriert und weitere Prozesse nach und nach digitalisiert.

Lösung: becosMES / Fertigungsleitstand
Integration: ERP und weitere Unternehmenssysteme
Produktionsumgebung: hochpräzise Metallfertigung

Produktionsverständnis mit technologischer Kompetenz verbinden